Titel: Landnahme
Historischer Roman sowie ein Stück Zeitgeschichte
auch Gb und Jugendroman

Schlagworte: Vertriebene,
Umsiedler,
Aussiedler,
Flüchtlinge,
"Polacken",
Westflüchtlinge,
mit Bernhard im Schulunterricht,
eine Genossenschaft (eine Vereinigung vorwiegend der Neubauern),
Zwangskollektivierung,
die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs,
Kartoffelkäfer,
Störsender,
Arbeiterproteste,
"Pigmentverschiebung",
Fahrten mit der U-Bahn nach Westberlin,
Kontrollpunkte um Berlin,
wie man schneller zu einer Wohnung kommt,
Grenzschließung, Bau der Berliner Mauer,
"Verdienste" und Tarnberufe,
Landwirtschaft: privat - genossenschaftlich,
weibliche Reize bewusst eingesetzt,
Beziehungen,
immernoch Vorurteile (und gelegentliche Aktionen) gegen Flüchtlinge/Aussiedler,
der Kegelklub ("heimlicher Unternehmerverband von Guldenburg") - die Partei,
obligatorische Mitbestimmung der Partei in privaten Betrieben,
...,
die sogenannte Wende und das erste Jahrzehnt danach ...

Orte: DDR, BRD: Sachsen: Guldenberg, (die Oberschule in) Eilenburg, der Fluss Mulde, Spora, ...
Namen: Bernhard Haber, dessen Mutter, der Vater (Tischler, der bei einem Unfall einen Arm verloren hat), Bernhards Hund Tinz, Frau Nitzschke (die Lehrerin), Herr Voigt, Marion und ihre kleine Schwester, Frau Heidepriem (Friseurmeisterin), Bauer Griesel, der Apotheker mit Familie, der Gärtner Kossatz mit seiner miesepetrigen Frau, Bernhards Wegbegleiter/innen: Thomas, Nicolas, Marion Demutz, Katharina Hollenbach, Sigurd Kitzerow (Sohn eines Sägewerkbesitzers), Friederieke (Katharinas Schwester), die Sängerin Babsy (frisches Stadtmädel in der Provinz), Wessenburg (Verlagsleiter und Druckereibesitzer), der katholische Pfarrer Geßling, ...
Ereignisse:
Christoph Hein erzählt die Lebensgeschichte Bernhard Habers über fast fünfzig Jahre aus der Sicht und mit den Stimmen von fünf Wegbegleitern/-begleiterinnen. Es ist der Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und doch ihren Verlauf von der Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende exemplarisch spiegelt.
Bernhard Haber ist zehn, als er 1950 mit seinen Eltern aus Breslau in eine sächsische Kleinstadt kommt, wo man Vertriebene und Ausgebombte lieber heute als morgen wieder abreisen sähe. Zwar werden Handwerker gebraucht, und Bernhards Vater ist Tischler, aber die Einheimischen bestellen ihre Möbel natürlich nicht bei dem Fremden.
Dem Jungen begegnet man in der Schule nicht viel besser, sich durchbeißen und immer wiedere Schläge einstecken — das erkennt er rasch als den einzigen Weg.
Dass Bernhard nach der 8. Klasse eine Tischlerlehre beginnt, wundert niemanden, eher schon, dass er später zeitweise als Karussellbesitzer sagenhaft viel Geld verdient.
...

(Text in Anlehnung an die vorgegebene Inhaltsbeschreibung)
Autor/en: Christoph Hein
Jahr/Jahre: 1950 - etwa 1990
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 3 - 518 - 41601 - 4
Seitenzahl: 357